Henry & Co.
Henry & Co.

Auf in die Dolomiten

Die Vorbereitungen sind im Gange.

Dolomiten, genauer gesagt Bozen ist unser „Basislager“ für 1 Woche.

Das Wetter soll ja mitspielen. Was erwartet uns?
Pässe, jede Menge Pässe. Mendelpass, Pordoi, Karer, Würzjoch, Gampenjoch, Grödnerjoch, Falzarego, Timmelsjoch, die Sella Runde und nicht zuletzt das Stilfser Joch.

Mal sehen wie es läuft. Seit langem mal wieder in den Alpen, da heißt es nicht zu übertreiben und vor allem Spaß und Erholung zu haben und keinen Stress.

Also dann, bis bald.

Hier aber schon mal der Link zum Album

Dolomiten vom 08.08. bis 15.08.2015

Der Hänger steht bereit, die Mopeds sind verladen und alles ist gepackt, es kann also losgehen.
Kurz nach 6:00 Uhr geht es von Köln nach Kardaun (bei Bozen) zum Eggentaler Hof.

Um 18:30 sind wir vor Ort, endlich.

Nachdem wir eingecheckt haben konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Die Bar war mit allerhand Whiskys bestückt, es gab gute Rum`s im Angebot und ein Kühlschrank mit gläserner Tür zeigte uns Nebraska Dry Aged, Tomahowk Steaks und noch einiges mehr.

Ich war also schon mal richtig! ;)

 

Am ersten Tag nach einem leckeren Frühstück hatte ich schon eine Tour geplant, behielt aber die Einzelheiten für mich. So erzählte ich nur vom Karersee und einer schönen Strecke zur Eingewöhnung. Nur keine Angst verbreiten....

 

Wir haben uns also den Karersee mit unzähligen Touristen gemeinsam angesehen, aber er war trotzdem schön anzusehen.

 

Wir setzten unsere Fahrt fort und fuhren hoch zum Pordoi Joch.

Es kamen Kehren über Kehren auf uns zu.

Entsprechende Kommentare hörte ich über unsere Helmkommunikation…."auweia", "ach du liebe Zeit" usw.

Fast obenangekommen machten wir eine kurze Pause. Alles war gut, die Gegend fantastisch und die Straße gut. Als weiter bis zur Passhöhe und direkt weiter bis Corvara von einer Kehre zur anderen.
Kein "Auweia" mehr zu hören.


Unten angekommen stärkten wir uns und dann ging es ohne zu überlegen hoch zum Grödner Joch.
Da hatte ich selbst nicht mitgerechnet, aber es gab auch kaum einen anderen Weg zurück nach Kardaun:

 

Was für eine Natur! Unglaublich schön. Die Kehren waren vergessen bzw. sie wurden einfach akzeptiert, schließlich mussten wir ja auch da durch.. Nach einem kurzen Stopp gings hinten wieder runter durch das Grödner Tal und dann über Kastelruth und Völs zurück nach Kardaun ins Hotel.

Hier erwartete uns wieder leckeres Essen und dabei gingen uns die gesamten Eindrücke noch mal durch den Kopf.

Die Karte dazu vom 1. Tag

Montag ging es Richtung Norden über Bozen durch das Sarntal hinauf zum Penser Joch.

Es war wieder sehr warm und wir freuten uns nach der schönen Fahrt auf einen Cappu und ein Wasser: Wir genossen die tolle Aussicht. Von 2211m Höhe konnten wir kurz 2 Greifvögel von oben beobachten!

Genug Pause. Nun fuhren wir ins Tal über Sterzing zum Jaufenpass. Ich will ja nicht behaupten das wir die ganzen Kehren vergaßen, aber sie machten uns beiden richtig Spaß und die Lautsprecher in meinem Helm meldeten mir: „juhu, ich weiß jetzt wie es geht!“ Übung macht den Meister bzw. in diesem Fall die Meisterin.

Wer hätte das vor ein paar Tagen noch gedacht? Ich jedenfalls nicht, denn ich hatte mit mir ja auch noch genug zu tun.

Wir nahmen später den Weg Richtung Timmelsjoch und fuhren aber nur noch bis Moos und beratschlagten dort wie es jetzt weitergeht. Ein Entschluss stand schnell fest: durch das Passeiertal über Meran zum Eggentaler.

Im Passeiertal schlug uns die Hitze wie mit einem Fön ins Gesicht. Rundherum sahen wir fast nur noch Apfelbäume, klasse anzusehen. Über Burgstall umfuhren wir Meran und kamen so wieder zum Hotel zurück.

Nach einer ausgiebigen Dusche setzten wir uns in den Bus und besuchten Bozen.
Eine sehr schöne und lebhafte Stadt. Wir konnten viel sehen, lecker Essen und beschlossen wieder zu kommen. Das dies nicht klappen würde konnten wir ja noch nicht ahnen.

 

Der 2te Tag in der Übersicht

Spiegelung am Karer See

Am Dienstag sollte es den Mendelpass hinauf gehen. Kurz an Bozen vorbei und über Eppan eine tolle Straße nach oben auf bescheidene 1363 m. Die Fahrt war sehr schön, entspannt und ab und zu hatten wir einen tollen Blick ins Tal. Oben angekommen hatten wir schon fast Probleme eine Parkplatz für die Mopeds zu finden, der Teufel war hier los.

Es gab viel zu sehen. Natürlich mussten wir was trinken aber auch die obligatorischen Fotos wurden gemacht.

Nachdem mein Moped noch am Platz stand, ich hatte den Schlüssel stecken lassen, konnten wir auch weiterfahren und wir nahmen uns Cles und den gleichnamigen See vor. Was haben wir gesehen? Apfelbäume, unzählige Apfelbäume.
Die Runde führte uns an Fondo vorbei und wir fuhren zum Gampenjoch und haben uns dort mit Käse, Speck und Wurst gestärkt. (Ich hab den Eindruck als hätten wir viele Pausen gemacht.)

Dann wollten wir Meran sehen. Wer hatte nur diese verrückte Idee? Eine Affenhitze erwartete uns und deshalb musste ein Kurztrip durch die Stadt ausreichen, es war einfach viel zu warm in unseren Klamotten.
Aber es blieb noch Zeit für meine Anne noch ein paar „Lümpfchen“ zu kaufen. Sie hatte es sich ja auch verdient.
Wir machten uns nach gut 1 Stunde auf den Rückweg, wieder über Burgstall. Wir fuhren beide ohne Handschuhe und das will bei uns was heißen.
Am Abend ging es dann in die Pizzeria um die Ecke und wir wurden nicht enttäuscht.
Der Plan reifte uns am Donnerstag aufs Stilfser Joch zu wagen. Die paar Kurven….

Tag 3 auf der Karte

Mendelpass

Schon Mittwoch?
Wir nutzen die Zeit und stellen uns den Wecker auf 6 Uhr, wohlgemerkt: morgens!

Unsere Tour heute sollte etwas länger werden.

Über Klausen fuhren wir Richtung Würzjoch.
Es begrüßte uns eine recht schmale Straße durch kleine Ortschaften, vorbei an Gehöften, durch Wälder und immer wieder mit einem wunderbaren Blick auf die Berge. Man kann sich kaum satt sehen.
Dann erreichten wir das Würzjoch. Autos, Wanderer, Radfahrer, Mopedfahrer…hab ich was vergessen? Hier ist was los! Deshalb machen wir nur einen kurzen Fotostopp und fahren weiter über St. Martin bis Alta Badia. Hier genehmigen wir uns einen Cappuccino in dem Verkehrschaos des Wintersportortes. Hier gefällt es uns wirklich nicht.

Weiter geht’s. Schnell raus hier und die Mopeds Richtung Passo di Valparola und Passo di Falzarego gesteuert.  Die Tornanten verschwanden unter unserer Rädern und wir hatten wieder mächtig Spaß.

Traumwetter, viele Kurven und ganz viel zu sehen. Zügig ging es bis Arabba.  Hier mussten Bauernbrote her. Lecker mit Käse und Speck, was auch sonst.
Jaja, aber unser Tank war bei der Hitze schnell leer. :)
 

Gut gestärkt ging es nun über den Campolongo bis Corvara und dann über das Grödner Joch zum Sella. Uns stand die Münder offen. Was für ein Anblick. Diese Berge sind einfach nur beeindruckend.
 

Und davor? Parkplätze die nahezu alle besetzt waren. Die Mopedparkplätze waren nicht so belegt wie die für die PKW. Prompt lenke ich meine Kuh auf den Teil für die Ducati. Uns sofort werde ich von einem Ruhrpöttler angesprochen:  kannste nich lesen? Ich versuchte ihm zu erklären das ja der Boxer ursprüglich von Ducati kommt… Er glaubte mir nicht. Komisch. J

Lachend sahen wir uns um und entdeckten zig Menschen die in Liegestühlen lagen und die Zeit genossen. Kinder spielten und wir dachten einen Moment wir wären auf einer großen Kirmes hier bei uns am Rhein. Unvorstellbar.  Anne hatte die Idee überhaupt: wir fuhren mit der Seilbahn hinauf zur Toni Demetz Hütte auf 2685m Höhe.

Wir waren ganz klein und staunten über die vielen Kletterer und Wanderer hier oben.
Der Blick war garndios. Von hier oben konnten aufs Pordoi Joch gucken. Irre.

Unten angekommen setzten wir, mal wieder schwer beeindruckt, unsere Fahrt fort. Bis wir nach Canazei kamen. Es war Stau im Ort und zwar von vorne bis hinten. Polizisten regelten den Verkehr an den Zebrastreifen, denn sonst wäre an ein Weiterkommen nicht zu denken gewesen. Die wunderbar anzuschauenden Hotels waren kaum noch zu sehen, Autos und Menschen beherrschten das Bild des Ortes. Aber wenn Italien vor dem größten Feiertag des Jahres steht, dann ist eben Stau! Es staute sich auch noch in Pozza, aber dann konnten wir zum Karerpass abbiegen und kamen zügig voran.
 

Nach fast 10 Stunden waren wir zurück. Voller Eindrücke saßen wir beim Italiener, wo auch sonst in Südtirol!? Wir hatten beim Essen noch einiges aufzuarbeiten und wir wussten das wir den absoluten Höhepunkt unserer Reise gerade hinter uns gebracht hatten!!!!

Zur Karte

Blick vom Rifugium Toni Demetz rüber zum Pordoi

Heute ist Donnerstag und wir wollten das eigentliche Ziel unserer Reise erreichen, das Stilfser Joch.Aber mehr dazu später.

Unser Wirt, Armin Schmieder, warnte uns vor. Ihr müsst sehr früh oben sein, sonst ist alles voll, sie Italiener fahren jetzt alle hoch, auch die, die es nicht können! Eine schöne Tour ist über das Stilfser Joch runter nach Bormio, dann über den Gavia und später den Passo di Tonale zurück. Gute Idee, Danke Achim.
Wir stellten uns also nochmals den Wecker uns kamen schon mit den Motorradstiefeln zum Frühstück. Natürlich waren wir die ersten, 7 Uhr.
Voller Spannung machten wir uns auf den Weg. Ich wollte doch meiner Anne diesen Wunsch erfüllen, außerdem musste eine neue Jacke her (ein Insider).

Auf die Mopeds und los. Bis Schlanders kamen wir sehr zügig voran. Die nächste Tanke war unsere. Nochmal volltanken. Der Tankwart, ja die gibt es noch, fragte nach unserem Ziel. Die knappe Antwort: Stelvio. „Ihr müsst wissen das eine (Stein) Lawine abgegangen ist und die Straße Richtung Bormio gepserrt ist und ihr zurück müsst!“  Kurz überlegen: egal, wir fahren und sehen dann weiter.
Ab Prad wurde der Verkehr immer stärker. Autos, Motorräder und jede Menge Radfahrer begleiteten uns und die Aussage des Tankwartes wurde auf Schildern bestätigt. Vor der 3. Kehre, beim Hotel Schöne Ausssicht, machten wir eine kurze Pause und entschlossen uns den Rückweg anzutreten.
Ein paar Fotos nach oben und auf in den Vinschgau und zum Reschensee. Pause! Essen, Trinken, die Sonne aufsaugen und das Treiben beobachten. Natürlich auch die üblichen Standardfotos schießen. So sahen wir noch den Einsatz eines Rettungshubschraubers und wir konnten eine Menge Kitesurfer auf dem See beobachten.

Wir fuhren noch ein Stück bis hinter Nauders und machten uns dann auf den Rückweg.
Jetzt hatten wir auch noch mal kurz Österreich besucht.
Kloster Marienberg bei Burgusio statteten wir noch einen Besuch ab.
In Lana bei Meran bogen wir ab zum Gampenpass. Die Luft wurde wieder geatmet und musste nicht mehr mit Meser und Gabel aufgenommen werden, denn im Tal mussten wir mit ca. 40 Grad Celsius kämpfen.
Hier oben, immerhin 1500m, genossen wir die "Kühle".
 

Nachdem wir das Stilfser also nicht gefahren waren, nahmen wir uns noch den Mendelpass vor um dann runter zum Kalterer See zu fahren. Wieder eine solche Hitze in diesem Kessel.
Schnell weg hier. Über Auer ging es mit ein paar Kehren nach Montagna wo wir dann beim Brückenwirt  unser Abendessen verputzten.
Gegen 9 kamen wir wieder beim Eggentaler an. Immerhin hatten wir fast 400 KM abgespult. 

Tag 5 Die Karte ist fast komplett, nur den Weg zum Eggentaler verweigerte mir Maps.

Meine Kuh vorm Ortler
Dyna und Rückblick zum Ortler
Standard am Reschensee

Der letzte Tag, Freitag. Was haben wir nicht alles noch vor heute.
Gemütlich frühstücken, eine kleine Abschlussrunde, dann noch mal mit dem Bus nach Bozen (die Stadt hat uns sehr gut gefallen), packen, Mopeds verladen, beim Eggentaler ein letztes Dry Aged, ein letzter Whisky…und schon wieder kommt es anders als gedacht.

Wir setzen uns auf die Mopeds und wollten eine kurze Runde drehen.
Durchs Eggental nach Obereggen.
Anscheinend eine Wintersportort, so wirkt er auf uns. Aber es sind reichlich Leute da, scheinbar viele Wanderer. Ach ja, die Italiener haben ja ihren Ferragosto.
 

Wir also wieder runter ins Tal über den Passo di Lavaze bis Cavalese. In Tresero machen wir eine kurze Pause mit Blick auf den Markt mit einem leckeren Cappu in Marias Bar für schlappe 1,40 EURO. Maria, wir kommen wieder!

Weiter mit unserer kleinen Abschiedstour. Über Bellamonte über den Passo di Rolle nach St. Martino de Castrozza. Hier drehten wir aus Zeitgründen und auch weil sich der Himmel etwas zuzog.

Also zurück über den Rolle zum Passo di Valles. Hier bestaunten wir mal wieder diese wunderbaren Berge, machten Fotos  und setzten uns zur letzten Mahlzeit ins Lokal auf der Passhöhe. Wie nicht anders zu erwarten war es lecker!
Danach ging es hinab, vorbei an Falcade zum Passo di San Pellegrino. Hier waren die Kehren schon mal was enger, die Straßen schmaler und die Steigungen bzw. Gefälle gingen bis 15 bzw. 18 Prozent.

Jetzt fing es leicht an zu regnen bis uns plötzlich ein mächtiger Donner und der dazugehörige Blitz fast aus dem Sattel hoben. Wir waren wach! Jetzt wurden wir auch leicht feucht. Ich schloss zuerst einmal die Belüftungsreißverschlüsse meiner Jacke, schließlich sollte Luft rein und kein Wasser.
Die weitere Fahrt machte nicht wirklich Spaß, denn es regnete leicht und natürlich hatten wir diesmal nichts gegen den Regen dabei. Aber so schlimm war es dann auch nicht. Über Moena und Pozza ging es dann über den Karerpass, vorbei am
Karersee – ein letzter Gruß – durch das Eggental zum Hotel, gerade noch rechtzeitig.
Nach dem verdienten Cappu goss es wie aus Eimern. In einer kurzen Regenpause verluden wir schnell die Mopeds auf dem Hänger, den hatten wir schon son hingestellt das wir eigentlich nur noch auffahren mussten. Fertig.
Jetzt konnte es regnen und das tat es auch. Gewitter über Stunden und Regengüsse wie wir sie kaum jemals gesehen hatten. Aber wir saßen mittlerweile auf der gut überdachten Terrasse und genossen nicht nur das Naturschauspiel. Wir aßen Filet und Rib Eye und tranken einen guten Tropfen aus Südtirol. Was konnten wir sonst noch wollen, außer mehr Urlaub!?

Wenn ich jetzt schreibe das noch etwas fehlt (hab ich ja oben schon) ist das Jammern auf hohem Niveau. Aber das Stilfser Joch machen wir auch noch und eine neue Jacke ist dann fällig!
 

Danke mein Schatz für diese tolle Woche. Ich bin selbst froh alles geschafft zu haben, schließlich fehlte etwas Erfahrung vor der Tour. Vor dir zieh ich meinen Hut. Das du das so gut gemeistert hast und dermaßen viel Spaß hattest finde ich einfach nur KLASSE.

 

In der Übersicht

Würzjoch
Irgendwo am 1. Tag
Kurz vor dem Pordoi
Kleiner Überblick über die Whiskyauswahl beim Eggentaler
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Henry Holtwick